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Inklusives Leit- und Orientierungssystem

Eine durchaus komplexe Angelegenheit mit drei Gebäudeteilen aus vier Jahrzehnten und einer jeweils recht »offensiven« Farbgestaltung. Hier eine übergeordnete visuelle Ebene für die Signaletik zu schaffen, war Kern der Aufgabe – plus eine Logik in der Orientieren, mit inklusiver, ergo taktiler Ebene.

Die Fachoberschulen kennt man nicht überall, denn sind eine Einrichtung, die es nur in Bayern, Nordrhein-Westfalen, Hamburg und Berlin gibt. Das dann noch plus der nächsten »Sonderform«, der BOS. Auf dem sogenannten »zweiten Bildungsweg« kann man so das Fachabitur und ggf. sogar die allgemeine Hochschulreife noch erlangen. Die Schule in Neu-Ulm bietet ihren Schülerinnen und Schülern dabei individuelle Wege zu ihrem Abschluss: mit den Ausbildungsrichtungen Gesundheit, Sozialwesen, Technik sowie Wirtschaft und Verwaltung. Und das, so hat man den Eindruck, in einem sehr angenehmen Umfeld und respektvollem Umgang miteinander.

Rein architektonische betrachtet geht es ebenso vielfältig dort zu: der sogenannte Fachklassentrakt aus den 60ern ist der älteste Teil des Rechtecks mit großem Innenhof – und irgendwie auch der reizvollste. Sichtbares Mauerwerk, rote, raumhohe Türen und ein hellgrüner Linoleumboden. Eine klare Struktur und ein kleines Atrium mit einem verglasten Lichthof mit wunderbaren Pflanzen. Das ganze einstöckig, vom Neubau aber nur über den ersten Stock erreichbar – denn der schafft auf seiner langen Seite einen Durchgang zum Haupteingang. Durch den Neubau ist der quasi »nach innen« gerutscht, in die hinterste Ecke und nicht wirklich intuitiv zu finden (das wird sich erst ändern, wenn die taktile Schlangenlinie von der Straße direkt dorthin führt – und das nicht nur für blinde Personen). Dieses Gebäude ist als einziges dann dreistöckig, hat Foyer, Verwaltung, Schulleitung und zahlreiche Klassenzimmer.

Auftraggeber
Landkreis Neu-Ulm
Leistungen
Grafikdesign
Gestaltung im Raum