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Box
horn

Nicht ins Boxhorn jagen lassen!

Bei der FH Aachen entsteht, man würde es nicht denken, das älteste, von Studierenden initiierte Designmagazin Deutschlands. Und im Juli erschien – in einer limitierten Auflage – die 34. Ausgabe. In der geht es um die zentrale Frage: Welche Verantwortung tragen Designerinnen und Designer? Ein Thema, ein Aspekt, der immer mehr an Bedeutung gewinnt und offenbar (Gott sei Dank!) auch viele, gerade junge DesignerInnen beschäftigt. Im Heft ist ein ausführliches Interview mit Andreas Koop, der zu vielen Fragen im Kontext Gesellschaft, Politik, Ökologie und Werte Antworten parat hat. Ein wichtiger Bereich des Gesprächs dreht sich zudem um die »Inklusion« – und was Design dazu für Antworten, Optionen und Haltungen hat, oder haben kann. Mehr zum Boxhorn: Boxhorn Magazin

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blau
rosa

Die Sache mit der Heimat

Zum Doppeljubiläum 100 Jahre Freistaat Bayern und 200 Jahre Bayerische Verfassung veranstaltete – auch als »Kombi« sozusagen– die Stadt Illertissen und der Landkreis Neu-Ulm einen Festakt mit Podiumsdiskussion über die Themen Heimat und Identität … Nochmals kurz zur Bayerischen Verfassung: die wäre tatsächlich ein Grund zu feiern, denn sie beinhaltet beeindruckende Passagen wie den Aspekt »Eigentum verpflichtet«. Leider ist sie selbst aber so gar nicht verpflichtend, rechtlich irrelevant und gewissermaßen mehr schöner Schein. 

Die Diskussion hingegen war amüsant und mitunter kontrovers, wenn Paul Breitner aus Marketinggründen beispielsweise empfahl, das wenig greifbare und reizvolle Schwaben doch in »Westbayern« umzubenennen. Dem konnte Bezirksheimatpfleger Dr. Faßl nichts abgewinnen, wie auch Andreas Koop, der dem ehem. Fußball-Nationalspieler vorschlug, dann Oberbayern doch in »Ostschwaben« zu ändern. Bemerkenswert war im übrigen auch die Definition von Heimat durch den ehem. Abtprimus Notker Wolf, der meinte, die sei dort, man man die Menschen mag – und sie einen mögen. Um Heimat ging es filmisch beim »Landrauschen«, zu dem Regisseurin Lisa Miller einiges zu erzählen hatte. Souverän moderiert wurde das Ganze übrigens durch Ronald Hinzpeter von der Illertisser Zeitung.

Fakt jedenfalls ist: einfach ist es nicht mit der Heimat, es sein denn, man blick durch eine weiß-blau-rosa Brille auf die Welt, wie die ehemalige Bayerische Justizministerin Beate Merk. Sackzefix, wenn dieses, ihrige Bayern doch irgendwo zu finden wäre – es müsste paradisisch sein!

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Glent
leiten

Ein Museumsgelände zum Begreifen

Im neuen Empfangsgebäude des oberbayerischen Freilichtmuseums Glentleiten wurde kürzlich ein weiterer Baustein der Inklusion realisiert: ein taktiles Museumsgelände mit allen Gebäuden, den markanten Bäumen und den topografischen Eigenheiten. Im Maßstab 1:500 fertigte der Lechtaler Bildhauer Ernst Schnöller (er hat das Foto gemacht und ist deshalb leider nicht mit drauf!) in Abstimmung und nach den Vorgaben von Andreas Koop an. Dem gingen einige Tests in der Umsetzung und auch ein »Test-Tasten« voraus. Beate Lohner M.A. und Direktorin Dr. Monika Kania-Schütz freuten sich nach der Aufstellung über das neue Angebot – und auch über das Interesse der Besucherinnen und Besucher, die alle gleich neugierig an das Modell gingen.

Ein
kurzer
Nachruf

Nikolai Borg ist gestorben

Am 22. Januar 2018, also wenige Tage vor seinem 99. Geburtstag ist Nikolai Borg in Klagenfurt gestorben. Mein ältester Freund und Kollege wurde, so muss man es leider wirklich sagen, von der Last seines Alters erlöst. Eine Frage dabei ist natürlich noch: Was bleibt? Was bleibt von einem Leben voller Arbeit? Es ist vermutlich ein durchaus repräsentatives Vergessen, das den Gestaltern ganz allgemein meist bevorsteht. Die Auftraggeber, sicherlich im »Falle Borgs«, kennt jeder: Schiesser, Bahlsen, Danone. Wer dafür gearbeitet hat – tja. Eines blieb ihm leider trotz seiner Ausdauer und seinem Bemühen nicht vergönnt: die Anerkennung als Schöpfer des »VW«-Logos. Da hat ihn bis zuletzt ganz elend »gefuchst« – wie ihn gleichermaßen die kleine Biographie der design|er|leben-Reihe von designaustria gefreut hat. Er war der Anfang – und es war der Beginn einer besonderen Freundschaft. Jetzt ist Ende. Schade – Sie fehlen mir, lieber Herr Borg!

anders:
anders

Gastarbeiter auf dem Land – anders:anders

Nach fünf bayerischen Freilichtmuseem folgte jetzt das erste bei den Baden-Württembergischen Nachbarn. Die Sonderausstellung »Zwischen den Welten – Gastarbeiter auf dem Land« behandelt das Thema der zwischen 1955 und 1973 (meist aus Südeuropa) nach Deutschland gekommenen Arbeitsmigranten. Insgesamt immerhin 14 Millionen Menschen, von denen zwei Millionen dauerhaft geblieben sind und mit ihren Kindern und Enkeln das Gesicht und die Identität der Bundesrepublik prägen. Manche heute wieder einmal aufkommende Diskussion müsste also wahrlich nicht geführt werden! Stattdessen berührt der Spruch von Max Frisch aus dem Jahr 1979 noch immer: »Man hat Arbeitskräfte gerufen und es kommen Menschen.«

Die »Gastarbeiter«-Ausstellung ist eine von insgesamt sieben unter dem Motto »anders:anders« – die von den »Sieben (Freilichtmuseen) im Süden« initiiert wurde. Sie alle behandeln das anders-sein im ländlichen Raum unter den verschiedensten Aspekten und Blickwinkeln. Zu sehen ist die Ausstellung in Wolfegg bis zum 3. November 2018 – es sind darüber hinaus noch eine Reihe von Veranstaltungen geplant. Dabei geht es auch um das Sammeln von Geschichten, neue Formen der Partizipation und Vermittlung … also viel spannendes und bestenfalls unerwartetes.

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m
s
p

Typo-Workshop in Pfronten

Schrift ist gemeinhin für die meisten etwas, das vorhanden ist, wie das Wasser im Hahn und der Strom in der Steckdose. Die Arial könnte man mit Leitungswasser vergleichen, wenngleich dieses auch mehr kostet! Schriften kennenzulernen, dafür zu sensibilisieren, die Möglichkeiten, Varianten, Optionen, Differenzierungen … zu sehen, zu verstehen und damit zu gestalten, war Ziel des Typografie-Workshops, den Nadine Koop an zwei Vormittagen an der Mittelschule Pfronten mit vier Klassen gemacht hat. Großes Interesse, viel Kreativität und zum Schluss auch Stolz auf die eigenen Arbeiten war das Ergebnis!

informieren
orientieren
inspirieren

Das neue Empfangsgebäude an der Glentleiten

Orientierung und Information – das war die Aufgabe im neuen Empfangsgebäude des Oberbayerischen Freilichtmuseums Glentleiten. Gelöst wurde dies über Medien, die unterschiedlicher nicht sein könnten: von klassischen Piktogrammen an wichtigen Wandpositionen über einen zentralen Wegweiser mitten im Gebäude, Monitore mit tagesaktuellen Informationen, den Preisen und einer Begrüßung gehörloser Besucher bis hin zu einem Schiebeleisten-System, das von den Liednummern in Kirchen inspiriert, verschiedene Informationen anzeigt.

In enger Abstimmung mit Bauherr (Bezirk Oberbayern), Nutzer (Museum) und den Architekten (Florian Nagler) entstand ein System des Leitens, Orientierens und Informierens, das sowohl alle Sinne anspricht, also auch »medial« quasi Jahrhundert-übergreifend spielt. Ergänzt wird dies alles noch in Kürze durch einen interaktiven Medientisch und ein taktiles Geländemodell aus Holz.

Info-Stelen informieren zudem über den Freundeskreis des Museums (gleich mit der Gelegenheit, auf dem Pult seinen Mitgliedsantrag auszufüllen!) und das »Schwester-Museum« in Amerang, im Chiemgau. Wie bereits zum Ankommen begrüßt, verabschiedet die Besucher ein Info-Objekt, das auf Veranstaltungen und besondere Termine hinweist. Foto: Bezirk Oberbayern, Archiv FLM Glentleiten, Foto: Bäck.

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werk
raum
bregenzer
wald

CIPRA Deuschland in Österreich

Von der CIPRA kam der Gedanke im Kontext des Themas und Symposiums »traditionelles Handwerk als immateriellen Kulturerbe« auf, ob man nicht im Allgäu etwas ähnliches entwickeln könnte, wie der »werkraum bregenzerwald« in Vorarlberg.

Dieses kleine österreichische Bundesland könnte ja ohnehin gerade für das Allgäu in vielem – durch vergleichbare Landschaft, Geschichte, Klima, Topografie usw. – ein gutes Vorbild sei. Manches müsste man wahrlich nicht »neu erfinden«, sondern nur adaptiert, angepasst »nachmachen«. Was Architektur angeht, Dorfentwicklung (wo es auch schöne Wohnungen gibt und nicht nur Einfamilienhäuser), Öffentlichen Verkehr, Landwirtschaft und so weiter.

Die Frage bei der ganztätigen Exkusion war also: was kann man vom »werkraum bregenzerwald« lernen, was wäre vergleichbar, übertragbar – und was ist hier anders an Voraussetzungen, Erwartungen und Möglichkeiten. Andreas Koop hielt in diesem Zusammenhang einen Vortrag über das Symposium »Stadt.Land.Schluss.« und erzählte von Chancen, Restriktionen, Offenheit, Voraussetzungen … um auch im ländlichen Raum etwas zu bewegen. Oder wenigstens vorstellbar zu machen, dass sich etwas bewegen sollte …

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