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Eine Performance in Print

Nicht einfach zu erklären das Ganze – es sollte in einem Buch die Entwicklung einer Performance nachfühlbar werden. Oder korrekter: der Performances, die sich mit jedem Mal selbst verändern, weiterentwickeln … mit dem Arbeiten, was an Mitteln, Räumen, Rahmenbedingungen und Möglichkeiten zur Verfügung steht. Genau das war der grundlegende Ansatz auch in der Buchgestaltung: mit dem Vorgefundenen zu arbeiten – wie in den künstlerischen Auftritten. 

Das bedeutet übertragen (oder interpretiert) auf das Editorial-Design: ein Format zu verwenden, das jede Druckerei standardmäßig anbietet, Systemschriften zu nehmen, die jeder Rechner hat, ein Papier, wie es überall zu bekommen ist und das nur einen »Gattungsnamen« hat. Aber dies wiederum gerade programmatisch einzubinden, zu nutzen, auszudrücken … als Ausdruck zu nutzen. Es führt schließlich zu einer Gestaltung, die nicht eigentlich und klassisch »schön« ist, sondern zu einer (irgendwie schon auch schönen) Ästhetik über eine Art Umkehrung erst entsteht.

Ein wichtiger Punkt sind  – beim Auftritt, wie im Buch – noch die Filter: In der Performance »von links und recht kommend« über die projiziierten Bilder gelegt, sind sie hier mit multiplizierten Farbflächen gewissermaßen simuliert. Daraus entsteht eine art »statisches Bewegtbild«. Auf das Buch übertragen ragen eben auch diese transparenten Felder in die Doppelseiten, werden immer stärker, intensiver. Sie wollen weniger Kunst mit der Kunst machen, als über die Gestaltung ein Gefühl für die Varianz, Bewegung und Vielschichtigkeit oder Mehrdimensionalität geben.

Das Tolle und irgendwie schon auch ein wenig unerwartete: Irgendwie »verstehen« es die Leserinnen und Leser (oder sollte man eher sagen »Benutzer«) des Buches – vielleicht weniger begründet und begründbar, als intuitiv. Was ja nur umso schöner ist. 

Das Buch ist im Verlag Archive Books erschienen und dort für 15 EUR zu bekommen (und irgendwann vielleicht auch einmal in unserem eigenen Shop!-)

Auftraggeber
Discoteca Flaming Star