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Modernität mit tiefen Wurzeln

Es war der klassische, beinahe idealtypische Fall für ein Re-Design – denn es sollte ja kein Bruch oder eine Zäsur visualisiert werden. Die Weiterentwicklung des Unternehmens aber sehr wohl. Denn was vor knapp einhundert Jahren als Nebenerwerb begann, hat außer dem Werkstoff Holz nichts mehr mit dem heutigen Betrieb gemein. Der großräumige Lackierraum etwa oder die CNC-gesteuerte Fräse. Und trotzdem sind Werte und Haltung die gleichen geblieben.

Von dem einstigen Erscheinungsbild war das Farbklima der 1970er oder 80er Jahre nicht mehr weiter zu entwickeln, auch die Helvetica bot wenig Individuelles, wohl aber das Fraktur-»F«. Dieses wurde in vielen Varianten gezeichnet und modifiziert. Es wurde ein Zeichen erarbeitet, das den Vorläufer noch in sich hat und doch gänzlich überarbeitet ist. Es steht für Tradition, zugleich aber auch für Reduktion. Mit dem Zeichen hat sich auch der Umgang von Farbe, Fläche und Materialität gewandelt.

Haptik, Sinnlichkeit und Qualität sollten auch über die Materialien kommuniziert werden. Bei Gmund fand sich ein schöner durchgefärbter Karton (der sich auch im Umschlag für das Werkbuch wieder findet), dazu ein naturweißes Feinpapier. Die Visitenkarten wurden über Offset und Letterpress aus beiden Materialien hergestellt. Die neue Geschäftsausstattung spiegelt die Sensibilität und das Selbstbewusstsein des Unternehmens wider. Auf die nächsten 100 Jahre! 

Auftraggeber
Schreinerei Freudig
Leistungen
Corporate Design
Geschäftsausstattung
Editorial Design