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Neue Blicke auf Altbekanntes

Die neue Präsentation in den Häusern Nummer 11, 12 und 18 (Müller, Zehetleitner und Mesner) lenkt den Blick auf ein grundsätzliches Thema von Freilichtmuseen: die Wohnkultur und deren Veränderung im Laufe der Jahrhunderte, speziell auch die »feinen Unterschiede« in der Möblierung von Stuben und Kammern. Grundlage des neuen Präsentationskonzeptes sind die drei Begriffe »orientieren«, »informieren« und »inszenieren«. Es ist eine Inwertsetzung im besten Sinn.

Im »Mesner« erfahren die Räume heute eine vielfältige, teils widersprüchliche Nutzung: Shop, Bewirtung, historische Küche und Möbelausstellung finden sich. Hier wurden die großartigen »Irschenberger Möbel« in ein neues, sanftes Licht gerückt – ein Podest führt in den Raum, dessen Barriere jetzt kein Metallgitter mehr ist, sondern eine transparente Glasbrüstung. Neben dieser Inszenierung im Obergeschoss war das Thema Orientierung ein weiteres, hier sehr wichtiges. Dazu wurde ein eigenes System entwickelt, Piktogramme entworfen und eine übergreifende, flexible Lösung erarbeitet.

Der »Müller« zeigt im ersten Stock drei Schlafräumen: das Hochzeitszimmer, die Eltern-Schlafkammer und die Kinder- und Dienstbotenkammer. Das brachte uns auf die Idee, den Aspekt »Distinktion« zu thematisieren. Dazu wurde der leer stehende Raum neu genutzt und die kleine Ausstellung »Gleich und doch anders« konzipiert. Am Beispiel von vier Truhen werden Wertigkeiten, Standesbewusstsein, Gebrauch und Hierarchien gezeigt. 

Das Gebäude »Zehentmaier« ist nur im Erdgeschoss zugänglich und inhaltlich zweigeteilt. Es gibt historische Räume wie Flur, Küche, Kammer und Stube, aber keinen originalen Wirtschaftsteil. An seiner Stelle befindet sich ohne historischen Bezug die Töpferei mit Brennofen. Hier werden Informationen in den und über die Räume gezeigt und mit dem neuen Leitsystem die Orientierung erleichtert.

Wir danken an diese Stelle dem »"Freundeskreis Freilichtmuseum Südbayern e. V.« (dessen Mitglied wir seit vielen Jahren sind) für seine Unterstützung dieses Projektes.

Auftraggeber
Freilichtmuseum Glentleiten
Leistungen
Gestaltung im Raum