POPUP

Orientierung im Landratsamt Ostallgäu

Das Gebäude ist auf den ersten Blick recht dankbar: mit klarer Gliederung und Struktur. Nur: je nach Bereich gibt es 2, 3 oder 4 Ebenen, die Gänge sind sehr lang und bieten keine Fläche für Informationen, weder an Wand, Boden oder Decke. Die erste Aufgabe vor der eigentlichen war also, sich überhaupt ein »Medium« zu schaffen. Dies wurde über spezielle Standversionen erreicht – die wiederum dann alle Informationen bündeln: zum Sehen, Tasten und Hören.

Die Barrierefreiheit selbst war über Aufzüge (mit Sprachansagen), Türen mit automatischer Öffnung etc. bereits vorhanden bzw. parallel hergestellt. Notwendig wurden dann allerdings noch taktile Bodenindikatoren – auf Solnhofer Naturstein und dunkelgrauem Teppich … die Führungslinien und Aufmerksamkeitsfelder wurden in Tests mit Betroffenen (nochmals Danke für die Unterstützung!) minimiert und optimiert. Ebenso wurde die »Logik des Leitens« zusammen mit der Arbeitsgruppe stark vereinfacht, was tatsächlich jedem Besucher, jeder Besucherin entgegenkommen wird (und auch bei internen Umzügen keine Großaktionen nach sich zieht).

Inklusiv ist der Ansatz nicht nur theoretisch, sondern auch ganz praktisch: denn die Informationselemente vereinen in einer Anwendung die visuellen Informationen und, auf perfekter Höhe, die taktilen – diese wiederum bieten über den tastbaren Grundriss (Ausschnitt) nochmals eine Zusatzinformation auch für alle Sehenden. Mit dem Audio-Taster kann man sich zudem die Inhalte des Info-Objektes vorlesen lassen. Das Leitsystem beginnt aber bereits vor dem Gebäude mit einem Tastmodell, an der Information steht eine induktive Höranlage bereit …

Sowohl die Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung, Frau Badura, als auch Staatssekretär Hintersberger sprachen von einer tatsächlich wegweisenden und beispielhaften Umsetzung, die sie so noch nicht gesehen haben: »Das ist wirklich ein starkes Stück, was hier geleistet wurde. Ein so umfassender Abbau von Barrieren verdient unseren höchsten Respekt.«

Und der Focus schreibt in seiner Online-Ausgabe: »Das neue System ist so umfassend wie in kaum einem anderen öffentlichen Gebäude in Bayern«.