armut fühlen | zur zeit der allmendewirtschaft, die sich im allgäu bis in das 12. jahrhundert zurück verfolgen lässt, gab es den entbehrungsreichen und mühsamen beruf des gemeindehirten, der heute – auch weil es ihn seit dem 19. jahrhundert schlichtweg nicht mehr gibt – in vergessenheit geraten ist. doch zahlreiche exponate und dokumente zeugen davon, dass diese hirten eine besondere rolle in der allgäuer dorfgemeinschaft einnahmen. in ebenhofen bei marktoberdorf hat der förderverein baschtlehaus unter der regie von heinrich maul eben jene zeugnisse zusammengetragen, um sie der öffentlichkeit in einem eigenen museumsbereich zugänglich zu machen.
das neue hirtenmuseum beschäftigt sich mit der wenig glanzvollen geschichte dieser armen hirten, deren leben und tägliche arbeit mit dem vieh, ihrem stillen kampf für mehr rechte gegenüber den bauern und dem wechselhaften tagesablauf als arbeiter, die man brauchte, für die aber eigentlich kein platz vorgesehen war. unsere aufgabe bei der realisierung des museums war allen voran die konzeption. im mittelpunkt stand dabei, trotz knapper mittel eine ausstellung zu schaffen, die das thema nicht nur auf texttafeln abhandelt, sondern es schon über das betrachten emotional nahe bringt. umgesetzt wurde diese idee über den einsatz »armer« materialien als grundlage für die text- und bildbanner. holz, rupfen und co. zitieren das einfache leben der hirten und machen es dem betrachter zusammen mit den exponaten möglich, zumindest ein stück weit mit ihnen fühlen zu können. dank der hilfe vieler ehrenamtlicher hat sich ebenhofen ein bayernweit einzigartiges museum aufgebaut, das einen wichtigen kleinen teil der allgäuer geschichte sinnlich, emotional präsentiert.
www.hirtenmuseum.de
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